9. Mai 2021

Angemessene Vergütung für Kameramann von „Das Boot“

Von: Prof. Dr. Ralf Kitzberger, LL.M.

Der Rechtsstreit des Kameramanns des Films „Das Boot“ um eine angemessene Vergütung geht weiter. Nachdem der Kameramann vor dem LG München I teilweise Erfolg hatte, sprach ihm das OLG München 400.000,00 € zu.

In dem Revisionsverfahren vor dem BG hat dieser nunmehr festgestellt, (Urteil vom 01.04.2021 – I ZR 9/18) dass bei der Berechnung der Ansprüche des Kameramanns Fehler gemacht wurden.

Das Oberlandesgericht habe für das maßgebliche auffällige Missverhältnis die gesamte erhaltene Vergütung in Höhe von rund 104.000,00 € gegenüber jedem einzelnen Beklagten zugrunde gelegt und dabei nicht berücksichtigt, dass es bei der Prüfung des auffälligen Missverhältnisses gem. § 32 a Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 UrhG ausschließlich auf das Verhältnis zwischen dem Urheber und den auf weitere Beteiligungen in Anspruch genommene Nutzungsberechtigten ankomme.

 Gäbe es – wie im vorliegenden Fall – einen Vertragspartner der mehreren unterschiedliche Nutzungsrechte eingeräumt hat, müsse bei der Prüfung des auffälligen Missverhältnisses jeweils der – zu schätzende – Teil der vereinbarten Gegenleistung, der auf die von dem jeweiligen Nutzungsberechtigten verwerteten Nutzungsrechte entfällt, ins Verhältnis zu den von diesem Nutzungsberechtigten erzielten Erträgen und Vorteilen gesetzt werden.

Verwandte Beiträge

4 September 2026

Sampling als Pastiche – was bedeutet das aktuelle BGH-Urteil (- I ZR 74/22)für Musiker und Produzenten?

Sampling als Pastiche – was bedeutet das aktuelle BGH-Urteil (- I ZR 74/22)für Musiker und Produzenten? Im gestern veröffentlichten Interview für Backstage PRO erläutere ich die praktische Bedeutung der Entscheidung des Bundesgerichtshofs im langjährigen Rechtsstreit „Metall auf Metall“.Der BGH stellt klar: Sampling kann unter bestimmten Voraussetzungen als Pastiche nach § 51a UrhG zulässig sein. Voraussetzung […]
11 November 2021

BGH-Urteil: Geldstrafen durch DFB wegen störender Fans zulässig

Der Bundesgerichtshof hat die Klage des FC Carl Zeiss Jena hinsichtlich Kollektivstrafen des Deutschen Fußball Bundes abgewiesen. Der DFB darf damit weiterhin Vereine mit Geldstrafen sanktionieren, wenn Zuschauer ein Fehlverhalten zur Last gelegt werden kann. Der BGH führte als Begründung seiner Entscheidung (Az. I ZB 54/20) aus, die Praxis des DFB verletze keine elementaren Grundsätze […]
1 2 3 16
Copyright © 2026 - Schickhardt Rechtsanwälte PartG mbB
Alle Rechte vorbehalten.